Donnerstag, 11. Juli 2013

Interview: Tim Pieper antwortet ...

Guten Morgen ihr Lieben,

gestern habe ich in meiner FacebookGruppe ja schon angekündigt, dass es heute etwas besonderes geben wird und *Trommelwirbel* Ich präsentiere euch: Das Interview mit Tim Pieper. Es sind keine journalistischen Superfragen, aber sie interessierten mich und vielleicht auch euch.
Doch bevor ihr euch auf das Interview stürtzt hier ein paar kurze Informationen zum Autor selbst:



Biographie:


Tim Pieper, geboren 1970 in Stade, studierte nach einer Weltreise Neuere und Ältere deutsche Literatur und Recht. Seit 1998 lebt er in seiner Wahlheimat Berlin und nutzt jede Gelegenheit, um die spannende und abwechslungsreiche Geschichte der Stadt zu erkunden. 2010 veröffentlichte er seinen farbenprächtigen Mittelalterroman "Der Minnesänger" im Heyne-Verlag. Nach »Mord unter den Linden« ist "Mord im Tiergarten" sein zweiter historischer Krimi im Emons-Verlag. Tim Pieper ist Mitglied im Autorenkreis historischer Roman "Quo Vadis" und in der Autorengruppe deutschsprachiger Kriminalliteratur "Syndikat".

weitere Informationen findet ihr auf seiner Homepage: www.timpieper.net


Und da ich es euch nicht vorenthalten möchte seht ihr hier noch die Cover seiner bereits erschienenen Bücher. Ich hatte das Vergnügen kurz nach Erscheinen "Der Minnesänger" in einer kleinen Leserunde gemeinsam mit Tim zu lesen. Ein wirklich sympathischer Kerl :)

Bibliographie: 

 Klappentext (Quelle: Heyne Verlag)
 Es ist ein Privileg, als Sohn eines unfreien Lehnsherrn in einem Kloster ausgebildet zu werden. Hartmann von Aue weiß das zu schätzen. Als sich der junge Mann in die Nachbarstochter Judith verliebt, lernt er das Harfespielen nur, um seiner Angebeteten ein Lied zu singen. Bis der Minnesänger sie wiedersieht, vergehen Jahre voller Sehnsucht und Gefahren. Jahre, die den Ritter auf den Kreuzzug führen und die zu Unrecht des Giftmordes beschuldigte Heilerin in den Kerker. Wird er ihr je von seiner Liebe singen können?

Ein faszinierendes Leben: der Dichter und die Heilerin.

Klappentext (Quelle: Emons Verlag)
Berlin, im Sommer 1890. Dr. Otto Sanftleben erforscht die Körpersprache von Kriminellen. Als eine junge Handschuhnäherin gekreuzigt und mehrere anarchistische Attentate verübt werden, erklärt er sich bereit, den ermittelnden Commissarius zu unterstützen und zur schnellen Aufklärung beizutragen. Eine geheimnisvolle  Revueschauspielerin gibt den entscheidenden Fingerzeig und weckt tot geglaubte Gefühle in ihm. Zu spät begreift er, dass er in Lebensgefahr schwebt …




 




Klappentext (Quelle: Emons Verlag)
Berlin im Juni 1896. Als ein jüdischer Zeitungsunternehmer im Zoologischen Garten Opfer eines Ritualmordes wird, gerät Kriminologe Dr. Otto Sanftleben in einen Sumpf aus Antisemitismus, Rassismus und Nationalismus. Seine Ermittlungen führen ihn in die Welt der Deutschen Colonialausstellung, wo er auf einen jungen Herero-Prinzen aus Deutsch-Südwestafrika trifft. Welchen Plan verfolgt der wahnsinnige Mörder, und wer wird sein nächstes Opfer sein?








Doch genug der langen Vorrede, hier könnt ihr nun endlich das Interview lesen und genießen. Ich hoffe sehr, dass es euch gefällt. 

Das Interview


1. Erzähl doch mal, wie du zum Schreiben gekommen bist. Was war der Auslöser und was inspiriert dich?

Schon als Kind konnte ich von Hörspielkassetten, Comics und Bücher nicht genug bekommen. Ich liebte es, in Fantasiewelten abzutauchen. Manchmal kam es vor, dass mir das Ende einer Geschichte nicht gefiel. Dann ersann ich einfach ein neues Finale. Manchmal fragte ich mich auch, wie ich mich an der Stelle des Helden verhalten hätte und dachte eine abgewandelte Szene aus, in der ich selbst agierte. Diese Fantastereien uferten aus, bis ich anfing, eigene Geschichten zu entwerfen. Bei dem ersten Versuch, einen richtigen Roman zu verfassen, muss ich siebzehn oder achtzehn Jahre alt gewesen sein. Ich hatte grob eine Detektivstory im Kopf und schrieb drauf los. Die Ermittlungen waren eigentlich nebensächlich. Im Mittelpunkt stand ein Held, der Liebeskummer hatte, einen Glimmstängel nach dem anderen paffte und cool rüberkommen wollte, indem er sich so wortkarg gab wie Bruce Willis in "Die Hard". Nach ungefähr hundert Seiten zerriss ich das unfertige Manuskript. Ich hatte wohl begriffen, dass mir die Story entglitten war. Außerdem fürchtete ich, dass ein Leser erkennen könnte, dass der Held mehr Ähnlichkeit mit mir hatte, als mir lieb sein konnte. ;-)

Inspirierend finde ich lange Wanderungen oder Fahrradtouren durch die Natur. Da kann ich meinen Geist auf Reisen schicken und habe die besten Ideen. Auf diese Art und Weise entwerfe ich ganze Romane und löse auch knifflige Szenen, die sich während der Niederschrift öfters ergeben.


2. Nun sind beide Romane eher historischer Natur. Würde es dich reizen auch einmal etwas Zeitgenössisches zu schreiben? Einen Thriller oder gar Liebesroman ;)

Wenn ich einen mitreißenden Thriller oder eine berührende Liebesgeschichte lese, verspüre ich schon mal den Drang, mich in diesen Genres auszuprobieren. Dann grübele ich intensiv oder stöbere in meiner Ideenkiste, aber je länger ich an einem möglichen Plot feile, desto häufiger schleichen sich Handlungsstränge mit historischem Inhalt ein. Es liegt wohl einfach daran, dass die Vergangenheit mit all ihren herausragenden Persönlichkeiten, Revolutionen und Erfindungen mich brennend interessiert und nicht loslässt. Insofern kann ich mir einen Gegenwartsroman durchaus vorstellen. Einige Entwürfe habe ich auch schon angefertigt, aber die jüngere oder ältere Historie würde bestimmt eine Rolle spielen.


3. Wenn du nicht an neuen Projekten arbeitest, womit vertreibst du dir dann die Zeit? Liest du, wenn ja, was bevorzugst du privat?

Ich versuche soviel Zeit wie möglich mit meinem kleinen Sohn zu verbringen. Wenn ich sehe, wie er die Welt entdeckt und jeden Tag neue Dinge lernt, ist es eine wahre Freude. Und natürlich lese ich auch sehr gerne. Dabei darf es ruhig abwechslungsreich sein. Im Mai/Juni habe ich u. a. „Leo Berlin“ von Susanne Goga, „Er ist wieder da“ von Timur Vermes, „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ von Eugen Ruge, eine Gesamtdarstellung des kalten Krieges und eine Biographie über Kaiser Wilhelm II. gelesen.

 
4. Kannst/darfst du uns einen kleinen Ausblick auf das geben, was wir von dir in naher Zukunft erwarten dürfen? Dein neuestes Projekt zum Beispiel ... 
 
Im Oktober erscheint „Mord im Tiergarten“, der zweite Fall für Doktor Otto Sanftleben. Folgende Inhaltsangabe wurde bereits veröffentlicht: „Berlin im Juni 1896. Als ein jüdischer Zeitungsunternehmer im Zoologischen Garten Opfer eines Ritualmordes wird, gerät Kriminologe Dr. Otto Sanftleben in einen Sumpf aus Antisemitismus, Rassismus und Nationalismus. Seine Ermittlungen führen ihn in die Welt der Deutschen Colonialausstellung, wo er auf einen jungen Herero-Prinzen aus Deutsch-Südwestafrika trifft. Welchen Plan verfolgt der wahnsinnige Mörder, und wer wird sein nächstes Opfer sein?“ Natürlich spielt auch die Liebe eine Rolle. Der Roman zeichnet ein vielschichtiges und buntes Panaroma des Kaiserreichs. Und ich hoffe sehr, dass sich die Leser wieder so gut und spannend unterhalten fühlen wie beim ersten Teil.




5. Und zum guten Schluss eine Frage, die mich selbst brennend interessiert: Was rätst du denen, die selbst Schreiben?
 
Als ich den ernsthaften Entschluss fasste, einen veröffentlichungswürdigen Roman zu schreiben, habe ich mir mehrere Ratgeber für angehende Autoren zugelegt, um mir ein realistisches Bild von der Verlagslandschaft zu machen. Hilfreich fand ich z. B. „Von der Buchidee zum Bestseller“ von Dirk R. Meynecke. Nach der Lektüre entschloss ich mich, mir einen Literaturagenten zu suchen. Dieser kann Ideen, Handlungsexposés und Leseproben auf ihre Markttauglichkeit prüfen und eine Vorauswahl treffen. Auch verfügt er über die nötigen Kontakte zu Lektoren. Im günstigsten Fall weiß er sogar, wo gerade ein passender Programmplatz frei ist. Allerdings kann sich schon die Agentensuche als große Hürde erweisen, denn Agenten nehmen nur Autoren unter Vertrag, die schon einen veräußerbaren Text vorzuweisen haben. Deshalb lautet mein Ratschlag: Die eigenen Werke nicht nur von Familienangehörigen und wohlwollenden Freunden, sondern auch von kritischen Geistern und Fachleuten lesen lassen. Die etwaige Kritik ernst nehmen, auf ihre Berechtigung überprüfen und ggf. Nachbesserungen vornehmen. Danach es mit einem überarbeiteten Text, mit einem veränderten Erzählstil oder auch mit einem neuen Projekt wieder versuchen. Und vor allem rate ich, den Traum von der eigenen Veröffentlichung zu bewahren. Wenn der Wunsch stark ist und man sich nicht von Rückschlägen entmutigen lässt, wird es irgendwann klappen.

Danke für die Beantwortung der Fragen – hoffe wir waren nicht zu aufdringlich!!

Liebe Grüße
Lu

Kommentare:

  1. Sehr schönes Interview. Ich freue mich schon sehr auf das neue Buch und hoffe es wieder gemeinsam mit Tim in einer Leserunde lesen zu dürfen
    LG Beate

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  2. Liebe Mella, vielen Dank für das schöne Interview. Natürlich auch dem Tim, der ja zugestimmt hat. Ich habs auf unserem Block auf Tim´s Autorenseite gleich verlinkt und auch auf der Facebookseite eingestellt.
    Vielleicht schaust du wieder einmal vorbei.
    Viele Grüße von uns Dreien,
    Uwe

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    1. Lieber Uwe,

      vielen lieben Dank für das Kompliment zum Interview. Es macht wirklich Spaß den Autoren ein paar Fragen zu stellen.
      Euer Blog ist auch wirklich schön, interessant und umfangreich :) Ich schau sicher wieder vorbei

      Liebe Grüße von meiner Einer
      Lu/Mella

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