Montag, 28. Oktober 2013

Autorenspecial: Astrid Korten antwortet ...

Hallo ihr Lieben,

jede Woche versuche ich euch nach Möglichkeit ein Interview mit einem Autoren zu präsentieren. Diese Woche fiel die Wahl auf Astrid Korten.
Die Rezension zu ihrem Thriller "Tödliche Perfektion - Poesie der Macht" habt ihr gelesen, oder nicht? Nicht! Na dann war es ja eine gute Idee von mir hier den Link zur Rezension zu posten. 

Einfach auf´s Cover klicken.


An dieser Stelle:
Vielen Dank an Susann Hochmuth, die meine Fragen an Astrid Korten weitergeleitet hat und vielen Dank an die Autorin, die sich die Zeit genommen hat meine Fragen zu beantworten.


Doch bevor ich euch das Interview präsentiere, möchte ich euch noch kurz ein paar Informationen zur Autorin selbst geben:

 



über die Autorin: 

Astrid Korten, geboren 1962 im niederländischen Heerlen, lebt heute mit ihrer Familie in Essen. Sie studierte Wirtschaftswissenschaften an den Universitäten Leiden und Maastricht und arbeitete viele Jahre als Marketing- und Vertriebsleiterin und als Geschäftsführerin renommierter Firmen. Ihre große Leidenschaft aber ist das Schreiben, das sie 2004 zu ihrem Beruf machte. Bei ihrer akribischen Recherche lässt sie sich von Forensikern, Psychologen, Gentechnologen, Pathologen und Mediziner beraten. Über ihr bevorzugtes Genre, die Spannung, sagt Astrid Korten: „Psychopathen faszinieren mich. Sie leben außerhalb der Norm und meinen, über dem Gesetz zu stehen. Meine Feder kann genau so furchtbar und gnadenlos böse sein.“

Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung schrieb über die Autorin: „Nicht Krimis à la Agatha Christie sind Astrid Kortens Metier, sondern Gänsehautthriller im Stil von Minette Walters.“

Bei dotbooks veröffentlichte Astrid Korten bereits ihren Thriller „TÖDLICHE PERFEKTION – Poesie der Macht“. Weitere eBooks sind in Vorbereitung.


Zu den Büchern des Autors
Und nun zum bereits angekündigten Interview! 
Viel Spaß beim Lesen!


Das Interview



1. Was hat Sie zum Schreiben gebracht? Haben Sie schon immer geschrieben oder kam es plötzlich, wie aus dem Nichts und Sie haben sich gesagt: Heute will ich mal versuchen einen Roman zu schreiben?



Mein Grundschullehrer hat mich zum Schreiben animiert. Ich komme aus einem internationalen Haushalt und wurde 4-sprachig erzogen. Jeder hat bei uns immer irgendetwas aufgeschrieben. Im ganzen Haus waren Zettel verteilt – Wortfetzen, Sätze, Zitate. Irgendwann habe auch ich damit angefangen. Meine erste Geschichte landete im Papierkorb, die zweite fand das Interesse meines Lehrers. Es folgten Kurzgeschichten, die ich an verschiedenen Zeitschriften verkauft habe. Nach meinem Studium folgten mehrere Publikationen und wissenschaftliche Arbeiten. 2004 habe ich das Schreiben zum Beruf gemacht.



2. Wer oder was inspiriert Sie? Wo nehmen Sie ihre Ideen her?

Oft sind es Alltäglichkeiten, Zeitungsartikel oder Fernsehberichte, die eine Buchidee reifen lassen. Durch meine internationale Tätigkeit habe ich viele Orte kennengelernt, und Menschen, die mir ihre Geschichten erzählt haben.




3. Wenn Sie Zeit zum Lesen finden, was lesen Sie dann am liebsten? Bleiben Sie dem Genre treu in dem Sie selbst schreiben oder muss es was gänzlich anderes sein?


Ich nehme mir die Zeit, viele Bücher zu lesen, aber ganz selten liegt ein Thriller auf dem Nachttisch. Ich bevorzuge die Klassiker wie Dostojewski, Stefan Zweig, Goethe, Virginia Woolf, Shakespeare, Shelly, um nur einige Schriftsteller zu nennen.


4. Was sind Ihre TOP 3 bei Büchern?


Mein Favorit im Genre Thriller ist eindeutig „Die Behandlung“ von Mo Hayder. Ansonsten würde ich im Bereich Roman „Das Stachelschwein“ von Julian Barnes und „Sturmhöhe“ von Emily Brontee, favorisieren.


5. Womit beschäftigen Sie sich, wenn Sie nicht gerade an versch. Projekten arbeiten?


Ich spiele Saxophon und bin eine leidenschaftliche Hobbymalerin (Öl auf Leinen).  


6. Wieviel steckt von Ihnen und evtl. Personen aus ihrem Umfeld in ihren Charakteren?


Beim Schreiben habe ich eine große Distanz zu Szenen, die unter die Haut gehen und den Leser frösteln lassen. Es ist eine Figur, die da entsteht und Grausames tut – nicht mehr und nicht weniger. Ganz anders ist es bei meinen Recherchen. Da treffe ich hin und wieder auf Menschen, die mich ängstigen und mir manchmal sogar eine schlaflose Nacht bereiten. Zum Glück ist es etwas ganz anderes, etwas zu hören oder zu sehen und es dann zu beschreiben. Solche Interviews bilden die Grundlage meiner Thriller. Alles andere ist natürlich rein fiktiv.



7. Kennen Sie das, eine Schreibblockade zu haben? Markus Heitz sagte mir mal bei einer Fragerunde im Rahmen einer Lesung, dass er immer schreiben könne und er so etwas gar nicht kennt.


Ich kenne keine Schreibblockaden. Es gibt Tage, da habe ich gar keine Lust um sieben Uhr aufzustehen, um gegen Acht die ersten Sätze in die Tastatur zu hämmern, aber ich bin sehr diszipliniert. Ich schreibe 5-6 Stunden täglich. Und mir fällt immer etwas ein. Es ist wie eine Sucht, ich kann nicht anders.


8. Was dürfen wir in naher Zukunft von Ihnen erwarten?


Im Dezember erscheint der Psychothriller „Eiskalte Umarmung“ und im Januar ein zweiter Psychothriller. Zurzeit entsteht die Fortsetzung von „Tödliche Perfektion“ und ein zweiteiliger Familienroman.


9. Warum ausgerechnet Thriller?

Psychopathen faszinieren mich. Sie leben außerhalb der Norm und meinen, über dem Gesetz zu stehen. Meine Feder kann genauso furchtbar und gnadenlos böse sein.



10. Wie verlaufen bei Ihnen Recherchen zu einem neuen Buch? Man findet ja alles im Internet, aber ob dies dann auch Hand und Fuß hat steht auf einem anderen Blatt …
 
Das ist richtig. Bei meiner akribischen Recherche lasse ich mich von Forensikern, Psychologen, Gentechnologen, Pathologen und Medizinern beraten. Das Internet ergänzt lediglich die Informationen, die ich benötige. Für mich ist es wichtiger, mich mit Beratern auszutauschen.

11. Haben Sie bestimmte Rituale, die eingehalten werden müssen bevor Sie mit dem Schreiben beginnen? Ein besonderer Platz? Besondere Musik, die Sie dabei hören? Stehen kleine Snacks bereit oder oder …


Ich brauche Ruhe. Geräusche stören mich beim Schreiben. In der Regel vergesse ich die Welt um mich herum und tauche in die Szenen und Figuren ein. Ich trinke Kaffee und esse Gummibärchen. Mein Mann behauptet sogar, ich wäre eine bessere Werbeträgerin als Thomas Gottschalk, so verschlinge ich diese kleinen bunten Bärchen.


12. Welche Tipps geben Sie denen, die selbst schreiben?

Jeden Tag schreiben und viel lesen.

Vielen Dank, Fr. Korten, dass Sie sich die Zeit genommen haben meine Fragen zu beantworten. Und ich hoffe euch, meine lieben Leser, hat es gefallen und einen kleinen Einblick gegeben.
Ich freue mich auf das nächste Interview!

Liebe Grüße und einen entspannten Start in die Arbeitswoche wünscht euch
Lu

1 Kommentar:

  1. Meine Meinung zu dem Buch: perfekt, denn: die Angst sitzt einem beim Lesen im Nacken. Und zwar deshalb (ich lass mich mal etwas ausführlicher aus...):

    Es gibt Bücher, die faszinieren, man liest sie weg. Es gibt aber auch Bücher, die kann man gar nicht mehr aus der Hand legen und man verschmilzt mit der Geschichte, taucht regelrecht in sie und das Leben der Protagonisten ein.
    Zu letzterer Kategorie zählt zweifelsohne Astrid Kortens "Eiskalte Umarmung".
    Schon nach den ersten paar Seiten fühlt man sich direkt hineinversetzt in den Ort, an dem die Protagonisten wirken – wo gemordet, gelitten, gequält, aber auch ein Stück weit Alltag gelebt wird.
    Der Thriller fesselt einen auf nahezu magische Weise und das hat Gründe. Zum einen wird sehr anrührend die Geschichte von Katharina und Anna erzählt, von ihrer Kindheit, dem Dorf in dem sie leben, einer geheimnisvollen Alten, die das Unheil schon frühzeitig kommen sieht und auch von den eher schwierigen Familienverhältnissen.

    Der Mörder ist allgegenwärtig, jedoch bleibt bis zum Schluss unklar, wer sich hinter dem gestörten Psychopathen verbirgt, der mit einer Mordserie von sich reden macht und Frauen auf bestialische Art zu Tode quält.
    Auch die Polizei steht vor einem Rätsel und erlebt das, was sich ihnen an den Tatorten des Täters darbietet, nicht alle Tage.

    Im Mittelpunkt des wirklich außergewöhnlichen Thrillers steht neben den beiden Mädchen, Katharina und Anna, der Psychopath Jakob. Jakob musste als Kind mit ansehen, was ein unsteter Lebenswandel aus seiner Mutter machte, erlebte bei ihr Freier und das "sich prostituieren". Auf sein Leben wirkt sich das verheerend aus, Sadismus und enorme psychische Störungen sind die Folge. Sie begleiten ihn ein Leben lang.
    Und dann ist da noch der behinderte Junge, Lukas, der früh seine Eltern verlor und seitdem ein trauriges Leben führt. Auch er gerät in die Fänge des Psychopathen, allerdings auf andere Art und Weise wie die weiblichen Opfer des Mörders. Diese sind alle blond, engelsgleich, schön und stehen mitten im Leben. Bestialisch herausgerissen aus selbigem werden sie außerdem beim Töten derart zugerichtet, dass die Ermittler lange im Dunkeln tappen. Dass zudem jedes Mal blauer Nagellack eine Rolle spielt, verwirrt noch mehr.

    Als Leser erlebt man mit „Eiskalte Umarmung“ wahre Lesewonnen. Denn der Stil von Astrid Korten fängt jeden ein, der das Buch zur Hand nimmt. Detaillierte Landschafts- und Szenen-Beschreibungen wechseln sich ab mit der Offerte, tief einzutauchen in die Gedankenwelt eines abgrundtief bösen Mörders. Im Gegensatz werden auf poetische Weise Alltagsszenen beschrieben, die so auch bei jedem von uns oder beim Nachbarn nebenan spielen können. Und die Angst ist allgegenwärtig.

    Dass in "Eiskalte Umarmung" allerdings alles miteinander verwoben ist, sich Banalitäten, eiskaltes Grauen, Ängste, Zwischenmenschliches und auch Trauriges abwechseln, macht den Thriller so lesenswert. Das gnadenlose Gänsehautgefühl bekommt man freilich obendrauf. Denn das ist bei diesem Thriller absolut garantiert und wer sich das Werk in den dunklen Stunden der Nacht zu Gemüte führt, sollte ein gutes Nervenkostüm sein eigen nennen! Das braucht man auch, um der Beschreibung der grausamen Rituale, die der Mörder an jedem seiner Opfer vollzieht, atemlos zu folgen.
    Ein Schreibstil, mit dem die Autorin Astrid Korten nicht das erste Mal ihre Leserschaft fasziniert. Korten ist meiner Meinung nach eine Ausnahme-Autorin, denn Szenen und Abläufe so detailliert darzustellen und dabei das Poetische stets mit einzubinden - das ist wohl die hohe Kunst des Thriller-Schreibens. Nicht umsonst hat das Werk den Untertitel "Poesie der Angst".

    Eine absolute Empfehlung für alle, die wirklich gute Thriller mögen!

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