Montag, 7. Oktober 2013

Autorenspecial: Matthias Jösch antwortet ...

Hallo Freunde der Bücherwelt,

es ist mal wieder so weit - ein Autor hat sich meinen Fragen gestellt. Diesmal der sympathische Matthias Jösch, Autor von "Mammon - Für Deine Sünden wirst Du büßen" (die Rezension findet ihr hier).


Zunächst einmal möchte ich mich bei der wirklich lieben und freundlichen Inka Urner - Jösch bedanken, die meine Kontaktfrau zum Autor war und meine Frage an ihn weitergeleitet hat. DANKE DANKE DANKE

Doch vorab gebe ich euch ein kleines Bild von dem Autoren und danach könnt ihr euch gütlich tun an dem wirklich netten und interessanten Interview.
Ich hoffe es gefällt euch!


über den Autor (Quelle: dotbooks): 


© Inka Urner - Jösch

Matthias Jösch, geboren 1966 in Dernbach, studierte Betriebswirtschaftslehre, Mathematik und Musikwissenschaften. Er bekleidete leitende Positionen in renommier­ten Un­ternehmen und arbeitet heute als Unternehmensberater. Jösch schreibt für HiFi- und Musikzeitschriften und lebt mit seiner Frau im Ruhrgebiet.

Bei dotbooks erschien Matthias Jöschs Thriller „MAMMON – Für Deine Sünden wirst Du büßen“.

Mehr über den Autor findet ihr auf seiner Website:

http://matthiasjoesch.de/index.html

Das Interview

Vielen Dank Hr. Jösch, dass Sie sich meinen Fragen stellen.
Dann will ich mal losfragen.


1. Was hat Sie zum Schreiben gebracht? Haben Sie schon immer geschrieben oder kam es plötzlich, wie aus dem Nichts und Sie haben sich gesagt: Heute will ich mal versuchen einen Roman zu schreiben?

Ich schreibe schon seit langer Zeit für HiFi- und Musikzeitschriften. Irgendwann kam die Idee, und zwar von meiner Frau, ich solle doch mal einen Thriller schreiben. Der Hintergrund ist, dass ich offenbar häufiger beim Lesen von Thrillern oder Romanen über das Gelesene schimpfte. „Dann mach´ es doch besser“, sagte die beste Ehefrau von allen. Und dann habe ich mich hingesetzt.


2. Wer oder was inspiriert Sie? Wo nehmen Sie ihre Ideen her?

Ich kann leider gar nicht so schnell schreiben, wie ich Ideen habe. Woher diese kommen? Ich habe keine Ahnung ... mal lese ich etwas - und bekomme davon eine Anregung. Ein anderes Mal schaue ich eine Dokumentation; plötzlich macht es "klick". Dann bin ich in einem Museum - und ein bestimmtes Exponat zieht mich magisch an.
Für mich birgt vieles unter einer möglicherweise unauffälligen Oberfläche ein Geheimnis. Wenn man nur lange genug sucht, dann findet man ...



3. Wenn Sie Zeit zum Lesen finden, was lesen Sie dann am liebsten? Bleiben Sie dem Genre treu in dem Sie selbst schreiben oder muss es was gänzlich anderes sein?

Natürlich lese ich zuallererst gute Werke aus „meinem“ Genre: Thriller. Brown, McBain, Katzenbach, um nur einige zu nennen. Darüberhinaus habe ich ein Faible für Biographien entwickelt. Besonders die von Komponisten, Künstlern oder Industriellen.


4. Was sind Ihre TOP 3 bei Büchern?


Da muss ich zwei Klassen à drei Werke bilden:

A - Ewige Klassiker:
1. Thomas Mann: Dr. Faustus (von Adrian Leverkühn, der Hauptfigur, hat mein Hauptprotagonist seinen Vornamen)
2. Gabriel Garcia Marquez: Hundert Jahre Einsamkeit
3. Arthur Rubinstein: Mein glückliches Leben

B - Bestseller
1. Dan Brown: Illuminati
2. John Katzenbach: Die Anstalt
3. Harry Mulisch: Die Entdeckung des Himmels



5. Womit beschäftigen Sie sich, wenn Sie nicht gerade an versch. Projekten arbeiten?

Als Prokurist eines mittelständischen Unternehmens habe ich einen Hauptberuf, der mich auslastet. Neben dem Schreiben bleibt noch etwas Zeit zum Musizieren.


6. „Mammon“ ist Ihr Debütroman – wie fühlt sich das an? War der Weg von der Idee zum fertigen, veröffentlichen Buch schwer?

Mir fällt keine passende Beschreibung für den Moment ein, als MAMMON beim dotbooks Verlag erschienen ist. Eine Mischung aus Freude, Glück – und vielleicht sogar ein wenig Stolz? Der Weg dahin war allerdings steinig. Einerseits, weil circa dreißig Prozent des ursprünglichen Textes der „Zensur“ zum Opfer gefallen sind – zuerst durch meine Frau, dann durch die Lektorin. Dennoch gilt beiden, besonders natürlich der Erstgenannten, mein Dank, weil MAMMON dadurch besser geworden ist, auch wenn ich als „Dickkopf“ in dieser Beziehung sicher nicht immer kooperativ und manchmal noch weniger einsichtig gewesen bin… Andererseits habe ich bei meinem Erstling Fehler gemacht, die ich bei der Entstehung des Nachfolgers vermieden habe: der Prozess der Selbstorganisation, was Recherche und Komposition des Handlungsablaufs angeht, war bei MAMMON noch nicht optimal. Da gab es Ineffizienzen, überflüssige Doppelarbeit und sonstige Zeitverschwendung.

7. Wie lange dauerte insgesamt der Entstehungsprozess von MAMMON?
So wie es sich liest war es kein Schnellschuss ...

Das stimmt - MAMMON war eher das Gegegenteil eines Schnellschusses. Wenn ich die Ideenfindungsphase außen vor lasse, dann hat es von den Recherchen und den ersten Skizzen bis zum lektorierten Manuskpript zwei Jahre gedauert.


8. Wieviel steckt von Ihnen und evtl. Personen aus ihrem Umfeld in ihren Charakteren?

Tatsächlich gibt es in MAMMON keine 1:1 Kopie einer lebenden Person; weder von mir selbst, noch von Freunden/-innen. Allerdings verwende ich einzelne Eigenschaften von Menschen, die in meinem Leben eine Rolle spielen oder gespielt haben.


9. IHr Thriller hat auch historische Aspekte - war es schwer in diese Richtung zu recherchieren? Und auch allgemein wie lief die Recherchearbeit?

Bei der Recherche zu MAMMON habe ich neben den notwendigen Fakten vor allem auch eines gelernt: wie ich es nicht wieder machen werde! Dabei bin ich auf so viele interessante Dinge gestoßen, denen ich am liebsten bis in die letzten Verwinkelungen gefolgt wäre (was ich manchmal auch tat). Es gab dadurch viele Ineffizienzen. Teilweise haben meine "Zensoren" (sprich: meine Frau und die Lektorin) vom Rest noch einmal beträchtliche Mengen an Text zusammengestrichen, obwohl das teilweise nur unter erheblichen (!) Protesten meinerseits möglich war.



10. Kennen Sie das, eine Schreibblockade zu haben? Markus Heitz sagte mir mal bei einer Fragerunde im Rahmen einer Lesung, dass er immer schreiben könne und er so etwas gar nicht kennt.

Vielleicht schreibe ich noch nicht lange genug um eine Schreibblockade zu haben. Im Gegenteil: mein Kopf sprudelt über vor Ideen, die ich aus Zeitmangel leider nicht so schnell zu Papier bringen kann, wie ich es gerne würde…


11. Was dürfen wir in naher Zukunft von Ihnen erwarten?

"Thriller 2" soll als Manuskript noch in diesem Jahr fertig werden; ca. fünfundsechzig Prozent sind bereits geschrieben. Wieder werden Violetta, Adrian und Sebastian (und noch jemand...) etwas Rätselhaftem auf die Spur kommen und sich durch gefährliche und rätselhafte Abenteuer kämpfen. Nur, dass es diesmal böser, viel böser werden wird.


12. Welche Tipps geben Sie denen, die selbst schreiben?

Wenn ich so vermessen sein darf, jemandem Tipps zu geben, dann würde ich sagen: keine Handlungsstränge offen lassen, keine unglaubwürdigen Überraschungen einbauen und nie den roten Faden verlieren, der vor dem ersten Anschlag zu erstellen ist.


Und nocheinmal "Danke" für das Interview. Es hat mir wirklich großen Spaß gemacht und ich bin gespannt, was wir noch von Ihnen erwarten dürfen.


Lu

Ps: Nun hoffe ich, dass es meinen Lesern gefallen hat und über das ein oder andere Kommentar würde ich mich sehr freuen!

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