Sonntag, 8. Dezember 2013

Autorenspecial "Inge Löhnig" Tag 6: Inge Löhnig antwortet ...

Einen schönen zweiten Advent euch allen!

Mein Autorenspecial zu Inge Löhnig und ihrer Dühnfort Reihe ist mit dem heutigen Tag - leider - zu Ende. Es hat Spaß gemacht mit der Autorin persönöich in Kontakt zu stehen, die Bücher zu lesen und euch meine Meinungen zu den Büchern plus Interview präsentieren zu können.
Ich hoffe sehr, dass euch die letzten Tage ebenso eine Freude waren, wie mir.

Nun kommt das langersehnte Interview mit Inge Löhnig. Doch bevor ich euch das Interview zum Lesen gebe, gibt es noch ein paar Informationen zur Autorin selbst.

über die Autorin: 


Inge Löhnig studierte an der renommierten Münchner Akademie U5 Grafik-Design. Nach einer Karriere als Art-Directorin in verschiedenen Werbeagenturen machte sie sich mit einem Designstudio selbstständig. Heute lebt sie als Autorin mit ihrer Familie und einem betagten Kater in der Nähe von München.

Mehr Informationen findet ihr unter:
www.inge-loehnig.de



Und hier nun meine 12 Fragen, die Inge Löhnig freundlicherweise bereit war zu beantworten!

1. Was hat Sie zum Schreiben gebracht? Haben Sie schon immer geschrieben oder kam es plötzlich, wie aus dem Nichts und Sie haben sich gesagt: Heute will ich mal versuchen einen Roman zu schreiben? 

Das ist eigentlich eine lustige Geschichte, der ich inzwischen eine Überschrift verpasst habe: Hochmut kommt vor dem Fall.
Vor Jahren habe ich eine Krimirezension gelesen, die derart begeistert und ansteckend war, dass ich mir das Buch als leidenschaftliche Krimileserin sofort gekauft habe. Doch ich war enttäuscht. Nein, ich war richtig sauer. Mir hat es nicht gefallen. Das kann ich auch. Und das kann ich besser!, dachte ich. So viel zum Hochmut.

Ich habe sofort begonnen, diesen verwegenen Plan in die Tat umzusetzen. Jedenfalls habe ich das versucht und sehr schnell Abbitte geleistet. Denn man schüttelt nicht einfach mal so einen Roman aus dem Ärmel. Irgendwann hatte ich ein zweihundertseitiges Chaos angerichtet, ein buntes Durcheinander an Handlungssträngen. Nur kannte ich diesen Begriff damals noch nicht. Aber eines war klar: Ich würde es nie schaffen, dieses Desaster zu einem vernünftigen Ende zu bringen. Soviel zum Fall.

Es war also höchste Zeit, sich mit dem Handwerk des Schreibens zu beschäftigen. Das habe ich dann getan und Fachliteratur gelesen und Workshops im Münchner Literaturhaus besucht. Aus dem hochmütigen Plan wurde ein vernünftiger: Schaffe ich es, einen Roman zu schreiben, den ich gerne lesen würde? Nach fünf Jahren Arbeit war es soweit. Ich schrieb zum ersten Mal das magische Wort ENDE unter ein Manuskript. Das druckt zwar niemand. Aber es musste sein. Das mache ich heute noch so, nach acht Romanen. Und bald zum neunten Mal. 

2. Wer oder was inspiriert Sie? Wo nehmen Sie ihre Ideen her? 

Das ist sehr unterschiedlich. Beim ersten Dühnfort-Roman hat eine Radtour den Anstoß gegeben, beim zweiten eine Zeitungsnotiz, beim dritten das Blättern in alten Rechercheunterlagen, beim vierten war es eine Frage, die mich schon lange beschäftigte, beim fünften wieder ein Zeitungsartikel und beim sechsten ein Thema, das wir gerne verdrängen.

3. Wenn Sie Zeit zum Lesen finden, was lesen Sie dann am liebsten? Bleiben Sie dem Genre treu in dem Sie selbst schreiben oder muss es was gänzlich anderes sein? 

Am liebsten lese ich tatsächlich Krimis und Thriller, gefolgt von Familienromanen. Danach geht es Querbeet weiter. 

 4. Was sind Ihre TOP 3 bei Büchern? 

Zurzeit: Melnitz, von Charles Lewinskiy
              Der Sommer ohne Frauen von Siri Hustvedt 
              Tinkers von Paul Harding. 

5. Womit beschäftigen Sie sich, wenn Sie nicht gerade an versch. Projekten arbeiten? 

Mit meiner Familie, mit dem Haushalt und dem Garten, mit Rad- und Skifahren und der Buchhaltung … 

6. Wieviel steckt von Ihnen und evtl. Personen aus ihrem Umfeld in ihren Charakteren? 

Herzlich wenig. Allenfalls Facetten, die ich in eine Figur mit hineinpuzzle. 

7. Kennen Sie das, eine Schreibblockade zu haben? Markus Heitz sagte mir mal bei einer Fragerunde im Rahmen einer Lesung, dass er immer schreiben könne und er so etwas gar nicht kennt. 
  
Richtige Blockaden habe ich nicht. Es gibt immer wieder Phasen, in denen es zäh vorangeht. Inzwischen habe ich allerdings herausgefunden, woran das in den meisten Fällen liegt. Entweder kenne ich eine Figur nicht gut genug, um zu wissen, was sie denken und wie sie reagieren würde oder ich habe etwas nicht ausführlich genug recherchiert, muss also nachrecherchieren. Die zweite Möglichkeit: Ich muss Polizeiarbeit beschreiben, die ja, wenn man sie realistisch darstellen will, ziemlich langweilig sein kann. Ich will es aber spannend machen und muss mir überlegen, wie ich das am besten schaffe. Und die dritte: Ich habe eine Thema noch nicht ausführlich genug recherchiert, um meine Figur kompetent darüber sprechen zu lassen. 

8. Was dürfen wir in naher Zukunft von Ihnen erwarten? 

Weiter geht es mit Dühnforts siebtem Fall. Davor werde ich allerdings einen Thriller schreiben. Das Thema beschäftigt mich seit Jahren. Aber ich würde viel Potenzial verschenken, wenn daraus ein Ermittlerkrimi würde. 

9. Welche Tipps geben Sie denen, die selbst schreiben? 

Gebt nicht auf! 

10. Warum ausgerechnet Krimi/Thriller?

Weil man in diesem Genre seine Figur bis an ihre Grenzen und darüber hinaus treiben kann. Und weil es mir großes Vergnügen bereitet, die dunklen Seiten einer Figur auszuloten. 

11. Wie verlaufen bei Ihnen Recherchen zu einem neuen Buch? Man findet ja alles im Internet, aber ob dies dann auch Hand und Fuß hat steht auf einem anderen Blatt.

Während ich einen Roman schreibe, durchlaufe ich verschiedene Phasen. Die erste ist das Planen und Plotten. Das ist die Phase, in der ich mir die Geschichte zusammen spinne, die Figuren erfinde und die Handlung stetig an Kontur gewinnt.

Es ist auch die Phase der Recherche, die mir sehr wichtig ist. Ich versuche möglich realistische Romane zu schreiben. Natürlich suche ich nach ersten Informationen im Netz, wenn sie relevant sind, prüfe ich sie nach. Im Internet findet man nämlich auch jede Menge Mist. Eine zweite Quelle sind Fachbücher und meine wichtigste, sind die Gespräche mit Fachleuten. Das geht häufig telefonisch oder per Mail. Oft aber auch im persönlichen Kontakt. So habe ich beispielsweise für Dühnforts vierten Fall „Schuld währt ewig“ einen Tag in der Werkstatt eines Bogenbauers verbracht. Außerdem berät mich ein Kriminalhauptkommissar der Münchner Mordkommission, damit Dühnfort in seinem Job nicht allzu viel Fehler macht.

12. Haben Sie bestimmte Rituale, die eingehalten werden müssen bevor Sie mit dem Schreiben beginnen? Ein besonderer Platz? Besondere Musik, die Sie dabei hören? Stehen kleine Snacks bereit oder oder …

Manche Kollegen können in Zügen und im Café schreiben. Darauf bin ich ein wenig neidisch, denn ich kann das nicht. Ich brauche Ruhe und eine geschlossene Tür hinter
mir, um mich ganz und gar auf meine Figuren einlassen zu können. In der Regel beginne ich morgens zu schreiben, eine Kanne mit grünem Tee neben der Tastatur. Musik höre ich beim Schreiben selten, sie lenkt zu sehr ab. 

Vielen Dank, Fr. Löhnig, für das Beantworten der Fragen. Hat mir großen Spaß gemacht! Und ich hoffe euch, meine lieben Leser, hat es auch gefallen.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen 2. Advent!

Lu

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