Mittwoch, 22. Januar 2014

Autorenspecial: Carmen Sylvia Bauer antwortet ...

Interview mit 

Carmen Sylvia Bauer 



über die Autorin:

Dr. Carmen Bauer, 1956 in Wiesbaden geboren, studierte in Hamburg und London Politikwissenschaft. Sie ist eine Frau mit vielen Talenten. Schon in der Schule hatte sie in den Pausen handschriftlich „Bücher“ verfasst, die mit großem Interesse schneller gelesen wurden, als sie schreiben konnte.
Das Talent des Schreibens setzte sie später fort. Sie veröffentlichte diverse wissenschaftliche Artikel und 1993 ihre Promotion. Danach folgten Jahre der Berufstätigkeit, in denen sie u.a. auch als Redenschreiberin gearbeitet hatte. Neben ihren beruflichen Tätigkeiten in unterschiedlichen Bereichen, betätigte sie sich immer schon gerne kreativ: Nähen, Stricken Schreiben und wann immer möglich, werkelt(e) sie im Garten.
Nach anstrengenden Berufsjahren, zuletzt in Brüssel, hat sie sich vor einigen Jahren in Nord-Irland niedergelassen, wo sie seitdem mit ihrem nord-irischen Lebensgefährten und ihren Yorkshire Terriern lebt.





1. Was hat Sie zum Schreiben gebracht? Haben Sie schon immer geschrieben oder kam es plötzlich, wie aus dem Nichts und Sie haben sich gesagt: Heute will ich mal versuchen einen Roman zu schreiben?



Eigentlich habe ich schon immer gerne geschrieben. Bereits damals in der Schule. Diktat war nie so meine Stärke, aber Aufsatz habe immer gerne gemacht. Ich finde es einfach faszinierend, was man mit Wörtern alles machen kann und bin mir der „Macht der Worte“ sehr bewusst. Nach meinem Studium hatte ich das große Glück u.a. auch als Redenschreiberin zu arbeiten. Als ich mich dann vor ein paar Jahren hier in Nordirland niederließ, konnte ich endlich einen lang gehegten Wunsch von mir verwirklichen, nämlich meine Kinderbücher zu veröffentlichen. Die Manuskripte meiner „Pöttchenbücher“ (so heißt der gestresste Pädagoge, der mit seinen 24 Jugendlichen alle möglichen Abenteuer erlebt) hatte ich schon vor vielen Jahren geschrieben. Aber aufgrund meiner beruflichen Tätigkeiten konnte und wollte ich die Bücher damals nicht veröffentlichen.





2. Wer oder was inspiriert Sie? Wo nehmen Sie ihre Ideen her?


Ideen fallen mir – wie man so schön sagt – zu. Meistens kommen sie jedoch im unpassenden Moment, d.h. wenn ich mir nichts aufschreiben kann, z.B. unter der Dusche. Sehr oft aber auch bei Spaziergängen. Das wäre alles kein Problem, wenn ich nicht ständig mit meinen Hunden und meiner kleinen Kamera unterwegs wäre. So aber habe ich keinen Platz mehr für „Bleistift & Papier“, um meine Gedanken aufzuschreiben. Oft renne ich dann nach Hause, um dort schnell meine Einfälle aufzuschreiben.



Viele Texte auf meinem Blog entstehen auch dadurch, dass ich selbst mehr über meine Wahlheimat Nordirland wissen möchte. Ich recherchiere dann im Internet und in Büchern und denke mir, dass ich meine Ergebnisse genauso gut auch aufschreiben, d.h. veröffentlichen kann.



So ist übrigens auch mein erstes Buch „Yorkshire Terrier – Zwerge mit Löwenherz“ entstanden. Ich hatte mir mühsam Informationen über diese Hunderasse besorgt. Da ich weder züchten noch die Hunde ausstellen wollte, war es kein leichtes Unterfangen an einigermaßen brauchbare Informationen über diese Hunde heranzukommen. Meistens handelt es sich bei den teilweise sehr teuren Büchern ja leider nur um 0-8-15 Inhalte mit schönen Hundefotos. Und die Autoren selbst haben noch nicht einmal so einen Hund über den sie dann schreiben.





3. Wenn Sie Zeit zum Lesen finden, was lesen Sie dann am liebsten? Bleiben Sie dem Genre treu in dem Sie selbst schreiben oder muss es was gänzlich anderes sein?



Nein, wenn man so will, bleibe ich meinem Genre ganz und gar nicht treu. Ich schreibe ja Kinderbücher, Witze in Englisch und Geschichten über meine Yorkshire Terrier. Aber ich bin ein Krimi-Fan und lese, wenn ich Zeit habe, sehr gerne Krimis. Überhaupt lese ich am liebsten solche Bücher, die unterhalten und zum Denken anregen. Jack London, z.. „Das Mordbüro“ ist eines meiner Lieblingsbücher, das mir leider abhandengekommen ist.




4. Was sind Ihre TOP 3 bei Büchern? 
 

Außer den Krimis ist das eher „klassische Literatur“, wie z.B.

Jack London, Das Mordbüro oder „Die eiserne Ferse“.

Umberto Eco, Das Facaultsche Pendel

Jostein Gaarder, Sofies Welt

Aber auch neuere Literatur, wie z.B. „Die Säulen der Erde“ von Ken Follett.



Bei den Krimis mag ich am liebsten die Frauen, wie etwas PD James, Minette Walters, Ruth Rendell, oder auch Martha Grimes.





5. Womit beschäftigen Sie sich, wenn Sie nicht gerade an versch. Projekten arbeiten?



An erster Stelle stehen meine drei Hunde. Das sind zwei Yorkshire Terrier (Weibchen) und inzwischen ein Chihuahua Rüde. Die Yorkies sind ein Überbleibsel aus der alteingesessenen Hundezucht meiner nordirischen Schwiegereltern. Den Chihuahua haben wir geholt als unser Yorkie-Rüde verstarb und vor dem Tierheim gerettet.



Dann kommt mein Garten in dem ich, wann immer es das Wetter erlaubt, werkele. Es ist zwar nur ein kleiner Garten, aber es gibt immer etwas zu tun.



Wenn ich sehr viel Zeit und Muße habe, dann packe ich auch schon mal die Nähmaschine aus, die nie weit entfernt von mir steht, und nähe. Oder wie jetzt im Winter stricke ich abends.



6. Wieviel steckt von Ihnen und evtl. Personen aus ihrem Umfeld in ihren Charakteren?



In meinen Witzebüchern habe ich einen Charakter „Little Willy“ erfunden. Die Idee dazu hatte ich durch einen hiesigen Freund, der mich durch sein Äußeres, vor allem seine Grimassen, immer zum Lachen bringt.



In meinen Pöttchenbüchern spielen ja 24 Jugendliche (plus Pöttchen) eine Rolle. Da ist es manchmal schon schwierig, in die einzelnen Rollen zu schlüpfen und den jeweiligen Charakter zum Ausdruck zu bringen.



Bei meinen Yorkie-Büchern bin ich immer ich selbst – das ist am einfachsten. Ich mag es eigentlich nicht so aus der Sicht eines Tieres zu schreiben. Woher soll denn der Mensch wissen, ob das Tier tatsächlich auch so denkt, wie manch einer es beschreibt.




7. Kennen Sie das, eine Schreibblockade zu haben? Markus Heitz sagte mir mal bei einer Fragerunde im Rahmen einer Lesung, dass er immer schreiben könne und er so etwas gar nicht kennt. 

 

Naja, richtige Blockade in dem Sinne kenne ich eigentlich auch nicht. Aber sicher, es gibt Tage, da fließt mir alles aus der Feder so wie es auch Tage gibt, wo mir rein gar nichts einfällt. Ich weiß noch aus der Erwachsenenbildung, dass man besser lernt, wenn man sich bewegt. So nach dem Motto: Bewegt sich der Körper, dann bewegt sich auch der Geist. Wenn mir wirklich einmal nichts einfällt, was ich schreiben kann, dann weiß ich, dass es an der Zeit ist, mich zu bewegen. Ein Spaziergang mit meinen Hunden wirkt dann manchmal Wunder.




8. Was dürfen wir in naher Zukunft von Ihnen erwarten?



Ich werde auf jeden Fall noch weitere Pöttchenbücher schreiben bzw. veröffentlichen. Mit dem dritten Buch „Abenteuer in der Türkei“ habe ich schon angefangen.



Letztens beim Spaziergang hatte ich die Idee, doch noch ein weiteres Buch über meine Hunde zu schreiben. Diejenigen, die meine Yorkie-Bücher kennen, wird das sicherlich freuen.



Ja und dann ist da immer noch mein halbfertiges Buch über Nordirland. Vielleicht schaffe ich es, dieses in (naher) Zukunft fertig zu schreiben. Mir fehlt der Titel für das Buch und deshalb tue ich mich schwer, an dem Buch weiterzuschreiben. Ohne Titel, stelle ich fest, wird das Buch eher „wissenschaftlich“ also „kopfgesteuert“, was ich aber nicht möchte. Ich möchte nämlich gerne die (deutschen) Leser für meine Wahlheimat Nordirland genauso begeistern wie ich es war, als ich hier ankam.




9. Welche Tipps geben Sie denen, die selbst schreiben?

Einen Tipp habe ich ja schon genannt – wenn man eine „Schreibblockade“ hat, dann sollte man einen möglichst schönen Spaziergang machen. Ansonsten rate ich immer, alles so, wie es in den Sinn kommt, aufzuschreiben, mindestens eine Nacht liegen lassen und dann mit „neuen“ Augen daran gehen, den Text zu bearbeiten.

Und schließlich sollte man sich durch nichts und niemanden entmutigen lassen, sein Schreibwerk zu veröffentlichen.





10. Erzählen Sie doch ein bissl über ihre Arbeit.


Da gibt es eigentlich nicht viel zu erzählen.

Nicht zuletzt auch durch meine Hunde habe einen relativ geregelten Tagesablauf. Ich stehe morgens zwischen sieben und acht Uhr auf. Dann muss ich mich erst einmal um meine Vierbeiner kümmern, was ca. eine halbe Stunde dauert. Danach setze ich mich an meinen Schreibtisch und nutze die Gunst der Stunde, denn ich kann nur am Vormittag ungestört arbeiten.



Je nachdem, was anliegt, schreibe ich an meinen Texten, bastele an Werbung für meine Bücher oder lese was es Neues in der Welt der sozialen Plattformen (Facebook, Witter, Google+) gibt.



Manchmal werkele ich auch von morgens bis abends im Garten.

Ganz oft fahren wir nachmittags entweder ans Meer oder in den Wald, um uns und die Hunde zu bewegen. Das ist aber leider sehr vom Wetter abhängig, was wiederum hier in Nordirland unberechenbar ist.





11. Haben Sie bestimmte Rituale, die eingehalten werden müssen bevor Sie mit dem Schreiben beginnen? Ein besonderer Platz? Besondere Musik, die Sie dabei hören? Stehen kleine Snacks bereit oder oder …

Am allerliebsten schreibe ich an meinem alten Schreibtisch, der noch von meinen Urgroßeltern stammt und quasi schon einige Länder mit mir „bereist“ hat. In letzter Zeit sitze ich allerdings mit meinem Laptop am Küchentisch. Wenn ich Musik höre, dann so wie sie gerade aus dem Radio kommt. Ich habe keinen besonderen Geschmack, lediglich darf die Musik weder zu laut noch zu schrill sein. Morgens frühstücke ich nicht, aber ich trinke etliche Becher mit Kaffee während ich am Laptop arbeite. Zwischendurch nasche ich Schokolade oder esse ein Joghurt, damit mein Magen mich in Ruhe lässt. Früher habe ich noch geraucht – eine sehr ungesunde Lebensweise, die aber inzwischen etwas besser geworden ist, da ich seit 7 Jahren nicht mehr rauche.




Vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen.

Und solltet ihr mehr von ihr wissen wollen, dann schaut doch einfach auf Carmen Sylvia Bauers Homepage vorbei:


Liebe Grüße
Lu

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