Mittwoch, 19. Februar 2014

Autorenspecial: Valeska Réon antwortet ...

Interview mit

Valeska Réon



Heute habe ich die große Freude euch die sympathische Autorin Valeska Réon näher zu bringen. In den letzten Wochen konnte ich in zahlreichen - bisweilen recht lustigen - Gesprächen ein Bild von der Dame erhalten und kann sagen: Ich mag sie.
Im gleichen Atemzug gestehe ich auch, dass ich leider noch nichts von ihr gelesen habe, doch ihre Bücher sind auf meinem Radarschirm - momentan ist es verrück bei uns und auch auf dem Blog.
Sorry, wenn ich euch da ein bissl vernachlässige. Ansonsten dürft ihr euch huete wieder auf ein tolles und interessantes Interview freuen!
Vorher jedoch gebe ich euch ein paar Informationen ... 

über die Autorin:

Sie war Friseurin, Maskenbildnerin, Model, Privatdetektivin und arbeitet seit fünfzehn Jahren unter verschiedenen Pseudonymen als Autorin. 1991 zog sie nach einem ausgiebigen Trip durch die Weltgeschichte nach Dortmund, wo sie eigenen Angaben zufolge „nie wieder weg möchte“. Nebenbei ist sie als Vortragsrednerin im deutschsprachigen Raum unterwegs.

Publikationen

Ihr Romandebüt ‚Blumen für ein Chamäleon’ erschien im Mai 2012; die Vorbereitungen für eine Verfilmung durch den Filmemacher Jakob M. Erwa unter dem Titel Jakob M. Erwa haben bereits begonnen.

Ab März d.j. wird die Drehbuchautorin Elisabeth DeCesso ihren Krimi “Das falsche Spiegelbild” als Skript bearbeiten.

Unter dem Autorennamen Ela M. sind folgende Sachbücher erschienen:

„Das kleine Grüne: 1 x 1 für Traumfrauen” (UB 35697)
„Das kleine Grüne: 1 x 1 für Klassefrauen” (Weltbild, ISBN 9783828918047)
„Nie mehr wieder – oder doch?” (UB 35672)
„Nikdy viac – alebo žeby predsa?” (ikar Bratislava, ISBN 80-7118-559-0)
„Für immer schön“ (UB 35853).
 
 Mehr Informationen findet ihr auf ihrer Homepage: http://www.valeska-reon.com/index_de.html

Und hier nun das Interview mit der sympathischen Autorin! Euch wünsche ich genauso viel Spaß, wie ich ihn hatte beim Stellen der Fragen!

Das Interview

1. Was hat Sie zum Schreiben gebracht? Haben Sie schon immer geschrieben oder kam es plötzlich, wie aus dem Nichts und Sie haben sich gesagt: Heute will ich mal versuchen einen Roman zu schreiben?

Da muss ich ein wenig ausholen. Vor vielen Jahren, es war 1996, wollte ich einer Freundin zum Geburtstag einen Beauty-Guide schenken. Ein Blick in die Regale meiner Lieblingsbuchhandlung zeigte jedoch, dass das alles stinkelangweilige Schmöker waren. Und da kam meine Muse Steffi damit um die Ecke: „Warum schreibst du nicht selber einen?!“ Gesagt, getan – allerdings sollte es lustig und trotzdem wissenschaftlich fundiert sein. Innerhalb eines Monats hatte ich all meine Tipps und Tricks aus meiner Zeit als Friseurin, Model und Visagistin niedergeschrieben. Eigentlich nur zum Spaß schickte ich das Manuskript dann an einige Verlage, und bekam binnen einer Woche eine Antwort vom Ullstein-Verlag, der genau so etwas seit langem suchte. „Das kleine Grüne“ war damals mein Einstieg als Autorin und es folgten noch zwei weitere Ratgeber. Einige Jahre später und um viele Lebenserfahrungen reicher war die Zeit für meinen ersten Roman gekommen, an dem ich jedoch sehr viel länger als an allen drei Ratgebern zusammen geschrieben habe.


2. Wer oder was inspiriert Sie? Wo nehmen Sie ihre Ideen her?

Jeder der meinen Weg kreuzt läuft Gefahr, zu einer meiner Romanfiguren zu werden! So sehe ich zum Beispiel eine Frau mir gegenüber im Zug sitzen und habe plötzlich deren (imaginäre) Lebensgeschichte vor Augen. Für solche Augenblicke habe ich immer mein kleines schwarzes Büchlein bei mir, in das ich Ideen, Charakterbeschreibungen oder auch besonders gute Aussprüche schreibe, die ich unterwegs aufschnappe.


3. Wenn Sie Zeit zum Lesen finden, was lesen Sie dann am liebsten? Bleiben Sie dem Genre treu in dem Sie selbst schreiben oder muss es was gänzlich anderes sein?
Ob Roman, Krimi, Biografie oder diese wundervollen „How-to-Ratgeber“ – bei Literatur bin ich für alles offen.

4. Was sind Ihre TOP 3 der Bücher, die Sie privat gelesen haben?

Meine ganz persönliche Bibel ist „You can heal your life“ von Louise L. Hay,
ganz vernarrt bin ich in die Romantrilogie von Katherine Pancol, deren erster Teil „Die gelben Augen der Krokodile“ heißt,
und zutiefst beeindruckt hat mich „Schwarzer Mond“ von Dean Koontz.


5. Womit beschäftigen Sie sich, wenn Sie nicht gerade an versch. Projekten arbeiten?

Ich kann supergut abschalten und meditiere auch jeden Morgen. Am liebsten sind mir jedoch Spaziergänge mit meinen beiden Hunden Amaretto und Brandy im Wald. Das perfekte Wochenende beinhaltet einen Kochabend mit Freunden.


6. Wieviel steckt von Ihnen und evtl. Personen aus ihrem Umfeld in ihren Charakteren?

Die Frage, die mir am meisten gestellt wird übrigens! Denn jeder rätselt: Ist sie jetzt eine ganz Liebe und Naturverbundene oder eine männerverschlingende zickige Diva? Ich bin sehr zufrieden damit, all diese Attribute in mir zu vereinen und verteile sie dann auch sehr genüsslich auf meine Romanfiguren. Aber natürlich findet man am meisten von mir in der jeweiligen Hauptdarstellerin wieder. Ganz besonders in meinem letzten Krimi, wo es ja – ohne zu viel zu verraten – quasi um eine Persönlichkeitsspaltung geht, konnte ich mit allen Charaktereigenschaften ganz wundervoll spielen.
P.S. Wer mich auf Lesungen erlebt merkt jedoch ganz schnell, dass ich dann aber doch sehr „unzickig“ bin!


7. Kennen Sie das, eine Schreibblockade zu haben? Markus Heitz sagte mir mal bei einer Fragerunde im Rahmen einer Lesung, dass er immer schreiben könne und er so etwas gar nicht kennt.

Zum Glück kenne ich das nicht. Was ich jedoch gerade merke ist, dass ich nach den zwei letzten Büchern, die sehr zeit- und gefühls-intensiv waren, momentan keine Geschichten mehr erzählen möchte. Darum wird mein nächstes Buch auch mal wieder ein Ratgeber, diesmal übrigens zum Thema Haare.


8. Was dürfen wir in naher Zukunft von Ihnen erwarten?

Da beide Bücher auf dem Weg in Richtung Kino unterwegs sind, würde ich mich sehr darüber freuen, wenn ich dabei eine kleine Nebenrolle spielen dürfte. Die Mutter Oberin aus dem „Falschen Spiegelbild“ wäre mein Traum!
Ferner plane ich, wieder verstärkt auf Vortragsreisen zu gehen. „Die neuen 40plus-Frauen: rau, reif und renitent“ und „Freundin, Putzfrau oder Göttin? Wie Männer unser Selbstbild kreieren“ sind nur zwei meiner Themen dafür.


9. Welche Tipps geben Sie denen, die selbst schreiben?

Neulingen rate ich immer zu zwei Dingen:

1. Schreibt nur über das wozu ihr Lust habt, denn nur so werdet ihr eure Leser fesseln können – und lasst euch den Text nicht von übereifrigen Lektoren verhunzen.

2. Sucht euch einen Verlag, der in euer Buch verliebt ist und genügend Potential hat, es ordentlich zu bewerben.

Ein genereller Rat für alle Autoren: freut euch auch über den Erfolg eurer Kollegen und vergesst Neidgefühle – sie lassen einen nur schneller altern!


10. Warum ausgerechnet Krimi/Thriller? Und ihr Roman „Blumen für ein Chamäleon“ handelt vom Weg „vom Mann zur Frau“ - wie kam es zu dieser Idee?

Diese Frage möchte ich von hinten aufrollen. Die „Blumen für ein Chamäleon“ erzählen meine eigene Lebensgeschichte, und ich darf sagen, dass es die beste Therapie war, das alles einmal auf Papier zu bringen. Als sich noch vor Erscheinen des Buches der Filmemacher Jakob M. Erwa bei mir meldete, hielt ich das erst für einen Aprilsscherz (das geschah nämlich tatsächlich im April 2012). Doch es war ihm ernst, sein Drehbuch-Exposé hat 2013 den 1. Preis beim SrciptLAB Wien gemacht. Im Kino wird der Film übrigens „Transmorphose“ heißen und der Gedanke, dass meine Geschichte so auch in andere Länder und Kulturkreise getragen wird ist ziemlich aufregend.
Und dann hatte ich eigentlich nur noch einen Wunsch (außer vielleicht noch der neuen Gucci-Kollektion in Größe 38 – *lach*!): einmal so zu sein wie Jessica Fletcher aus meiner Lieblingsserie „Mord ist ihr Hobby“. Einen Krimi schreiben – ein verlockender Gedanke, der sich dann während einer Londonreise manifestierte. Schnell stellte ich fest, dass ein Krimi sehr viel mehr Disziplin und Logik als der vorherige Roman erfordert, damit der „perfekt geplante Mord“ letztendlich dann auch vom Leser wirklich als perfekt angenommen wird. Mehrere Jahre habe ich daran geschrieben, und kurz vor Toresschluss floss dann noch eine neue Idee ein, die ich in den Handlungsstrang eingeflochten habe und die der Geschichte einen ganz besonderen Twist verliehen hat.


11. Wie verlaufen bei Ihnen Recherchen zu einem neuen Buch?

Die Basisgeschichte kann ich daheim im stillen Kämmerlein schreiben – aber für die Beschreibung von fremden Städten mit ihren Bars, Restaurant und Hotels muss ich mir alles genau vor Ort ansehen. Ich bin noch nie im Leben so viel gereist wie in den letzten zwei Jahren, auch dabei kam dann wieder einmal mein kleines schwarzes Büchlein zum Einsatz. Für die Fortsetzung des Krimis steht demnächst eine Reise nach Cornwall und Schottland an.


12. Haben Sie bestimmte Rituale, die eingehalten werden müssen bevor Sie mit dem Schreiben beginnen? Ein besonderer Platz? Besondere Musik, die Sie dabei hören? Stehen kleine Snacks bereit oder oder …


Die besten Geschichten kann ich in meinem Arbeitszimmer schreiben. Dabei liegen vorzugsweise meine Wauzis neben mir und schlafen den Schlaf des Gerechten, je nach Stimmungslage läuft auch die entsprechende Musik im Hintergrund. Snacks haben sich nicht

so bewährt, weil ich dann erst richtig Appetit bekomme und in die Küche muss, um ein Drei-Gänge-Menü zu kochen.

13. Viele lesen lediglich Geschichten über Privatdetektive (mir fallen spontan Stephanie Plum aus J. Evanovichs Feder und Cooper ((aus den Heather Wells Mysteries)) von Meg Cabot ein). Doch Sie sind Privatdetektivin mit einer eigenen Agentur – wie ist das so?
Aufregend, spannend, ich habe Gelegenheit in die oftmals tiefschwarzen Abgründe der menschlichen Seele zu blicken – und ich darf meiner Leidenschaft fürs Verkleiden frönen. Mein Perückenzimmer würde selbst Lady Gaga eine Schnappatmung bescheren. Kurzum: der beste Job den ich je hatte. Vom Schreiben natürlich einmal abgesehen!

Vielen Dank für Deine superinteressanten Fragen!


Vielen Dank an Valeska Réon für ihre tolle Antworten und ich hoffe euch hat es ein bissl gefallen. In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen schönen und frühlingshaften Mittwoch.

Lu

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