Freitag, 5. Dezember 2014

Leonie Winter antwortet ...

Guten Morgen ihr Lieben,

es ist schon eine ganze Weile her, dass ich euch ein Interview mit einem deutschsprachigen Autor präsentieren konnte.
Leider hatten es diverse Aktionen oder Specials bisher verhindert, dass ich dieses Schmankerl für euch veröffentlichen konnte.

Doch heute ist es soweit und ich kann euch voller Stolz mein kleines, aber feines Interview mit ... *Trommelwirbel* ...

Leonie Winter besser bekannt als Wiebke Lorenz. Wer sie kennt weiß, dass sie ein Teil des erfolgreichen Anne Hertz Schriftstellerinnen - Duos ist. Ich durfte ihren locker, leichten mit ernsterem Unterton Roman "Unter Umständen verliebt" schon vor einigen Wochen lesen und rezensieren. Wer mehr wissen will, kann sich gerne meine
Rezension durch lesen einfach auf den Link klicken!

Genug des Geredes, ich will euch auch gar nicht länger als nötig auf die Folter spannen, aber bevor es zum Interview geht, habe ich noch eine kurze Beschreibung zur Person für euch.

Viel Spaß beim Lesen!

Über die Autorin (Quelle Goldmann Verlag):
http://www.randomhouse.de/Autor/Leonie_Winter/p487367.rhd
© Iris Terzka
Leonie Winter ist ein Pseudonym der Bestsellerautorin Wiebke Lorenz, auch bekannt als Teil des erfolgreichen Schriftstellerinnen-Duos "Anne Hertz" (gemeinsam mit ihrer Schwester Frauke Scheunemann). Da ihr nie die Ideen ausgehen, veröffentlicht sie unter verschiedenen Namen heitere Komödien, als Wiebke Lorenz schreibt sie Psychothriller (u. a. "Alles muss versteckt sein", Diana Verlag). Darüber hinaus arbeitet sie als Journalistin (u. a. Cosmopolitan, Freundin, stern.de) und schreibt Drehbücher. Sie lebt mit Mann und Tochter in Hamburg.

Und nun geht es auch schon weiter mit dem INTERVIEW - einfach entspannt weiter lesen!


1. Was hat Sie zum Schreiben gebracht? Haben Sie schon immer geschrieben oder kam es plötzlich, wie aus dem Nichts und Sie haben sich gesagt: Heute will ich mal versuchen einen Roman zu schreiben?

Eigentlich wollte ich Musik studieren, habe als junges Mädchen jeden Tag stundenlang Cembalo gespielt. Mit siebzehn habe ich dann angefangen, neben der Schule für eine Tageszeitung zu schreiben. Und dabei wurde mir schnell klar: Das will ich machen, genau das – und nichts anderes! Zwar sollte es erst mehr in Richtung Journalismus gehen – ich war dann ja auch ein paar Jahre lang Redakteurin bei verschiedenen Zeitschriften – aber schon im Studium habe ich aus „Jux und Dollerei“ einen Roman geschrieben. Als der dann sofort veröffentlicht wurde, wusste ich, dass ich da weitermachen will. Tja, so kam das, mehr Zufall als Kinderheitstraum.

2. Wer oder was inspiriert Sie? Wo nehmen Sie ihre Ideen her?

Die Ideen kommen von überall und sind meistens einfach plötzlich da. Zum einen entstehen sie aus Ereignissen, die ich selbst erlebe, manchmal ist es aber auch etwas, was ich gelesen habe oder irgendwo aufgeschnappt. Und dann träume ich auch relativ viel und lebhaft, tatsächlich wache ich oft morgens auf und habe dann eine Idee. Bei „Unter Umständen verliebt“ bin ich natürlich durch meine eigene Schwangerschaft auf den Gedanken gekommen, mal einen Roman zu diesem Thema zu schreiben.

3. Wenn Sie Zeit zum Lesen finden, was lesen Sie dann am liebsten? Bleiben Sie dem Genre treu in dem Sie selbst schreiben oder muss es was gänzlich anderes sein?

Ich lese quer durch den Gemüsegarten alles, was mir in die Finger kommt. Sehr gern dürfen das gute Psychothriller sein, aber auch was fürs Herz oder etwas Heiteres wird von mir verschlungen. Am häufigsten „lese“ ich Hörbücher, denn ich jogge jeden Tag, und dann liebe ich es, wenn mir jemand dabei etwas vorliest.

5. Was sind Ihre TOP 3 bei Büchern?

Diese Frage kann ich kaum beantworten, denn das wechselt ständig. Sehr gern mag ich von John Christopher „Leere Welt“, das ist ein tolles, wenn auch schon älteres Jugendbuch. Dann hat mir das „Rosie Projekt“ extrem gut gefallen, außerdem fand ich „Der Circle“ sehr spannend und gleichzeitig auch erschreckend.

6. Womit beschäftigen Sie sich, wenn Sie nicht gerade an versch. Projekten arbeiten?

Mit meiner kleinen Tochter, dann sind wir zusammen unterwegs und entdecken die Welt. Und wir reisen sehr gern als Familie, außerdem gehen mein Mann und ich viel auf Rockkonzerte und heben dann den Altersschnitt im Publikum ...

7. Wieviel steckt von Ihnen und evtl. Personen aus ihrem Umfeld in ihren Charakteren?

Mal mehr, mal weniger. Ein paar autobiografische Züge hat wohl jeder meiner Romane, aber die Geschichte an sich ist immer von vorn bis hinten ausgedacht und entspringt ausschließlich meiner Phantasie,

8. Kennen Sie das, eine Schreibblockade zu haben? Markus Heitz sagte mir mal bei einer Fragerunde im Rahmen einer Lesung, dass er immer schreiben könne und er so etwas gar nicht kennt.

Oh, doch, das kenne ich leider gut! Dann sitze ich vorm Computer, und es wollen mir einfach nicht die richtigen Worte und Sätze einfallen. Meistens hilft es da, eine Weile etwas anderes zu machen, spazieren zu gehen, eine Freundin zum Kaffeetrinken treffen oder mit meiner Tochter spielen – das macht dann den Kopf frei, und die Ideen können wieder fließen.

9. Was dürfen wir in naher Zukunft von Ihnen erwarten?

Im März erscheint von mir ein neuer Thriller im Diana Verlag. Und dann wird nächstes Jahr mit Sicherheit noch ein neuer Anne-Hertz rauskommen. Leonie Winter schreibt natürlich auch weiter, da wird’s wohl im Herbst 2015 wieder ein neuer Roman erscheinen.

10. Welche Tipps geben Sie denen, die selbst schreiben?

Mein bester Tipp: Hinsetzen, anfangen! 
http://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Unter-Umstaenden-verliebt-Roman/Leonie-Winter/e400738.rhd

11. Sie sind die eine Hälfte des Autorenduos, das hinter Anne Hertz steckt. Gemeinsam mit ihrer Schwester schreiben sie unter diesem Namen Bücher. Teilen Sie die Arbeit mit ihrer Schwester im Vorfeld auf oder entscheiden Sie das spontan? Ich stelle mir eine Zusammenarbeit mit einem zweiten Autor (ob Schwester oder nicht) gar nicht so einfach vor. 

Zuerst überlegen wir uns gemeinsam die komplette Geschichte, also von Anfang bis Ende. Mal hat Frauke die erste Idee dazu, mal ich. Wenn wir mit der Story fertig sind, schreiben wir eine längere Inhaltsangabe, so zehn bis zwanzig Seiten, die wir dann in Kapitel unterteilen. Ab da schreiben wir abwechselnd, sprechen uns aber immer sehr genau miteinander ab und gehen am Ende wechselseitig so oft über den Text, dass man nicht mehr merkt, dass er von zwei Personen geschrieben wurde. Das macht viel Spaß, aber natürlich kriegen wir uns bei der Arbeit auch hin und wieder in die Haare, weil wir nicht einer Meinung sind. Meistens einigen wird uns dann aber immer recht schnell und vertragen uns auch wieder.

12. Wie verlaufen bei Ihnen Recherchen zu einem neuen Buch? Man findet ja alles im Internet, aber ob dies dann auch Hand und Fuß hat steht auf einem anderen Blatt …

Bei der Recherche nutze ich natürlich auch das Internet, aber ich sehe mir auch viel „vor Ort“ an oder spreche mit Leuten, die sich mit dem Thema, an dem ich gerade arbeite, auskenne. Das ist eigentlich das Spannendste an meinem Beruf, dass ich die Lizenz dazu habe, anderen Leuten einfach ein Loch in den Bauch zu fragen!

13. Haben Sie bestimmte Rituale, die eingehalten werden müssen bevor Sie mit dem Schreiben beginnen? Ein besonderer Platz? Besondere Musik, die Sie dabei hören? Stehen kleine Snacks bereit oder oder …

Ich schreibe eigentlich immer zu Hause an meinem festen Arbeitsplatz, nur manchmal bin ich mit meinem Notebook unterwegs (z . B. auf Lesereisen), aber da kann ich mich dann meistens nicht ganz so gut konzentrieren. Musik höre ich beim Schreiben IMMER, jeder Roman hat bei mir einen bestimmten Song, der dann in der Endlosschleife dudelt. Es darf allerdings nur ein Instrumentalstück sein, sobald jemand singt, reißt mich das aus meiner Konzentration, weil ich dann auf den Text hören muss.
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Das waren also meine Fragen an Leonie Winter bzw. Wiebke Lorenz - ich hoffe euch hat das Interview ebenso gut gefallen wie mir! Mir macht es immer wieder Spaß zu lesen, wie unterschiedlich die Antworten der Autoren ausfallen und bin immer wieder erstaunt :)

In diesem Sinne überlasse ich euch dem baldig zu erwartenden Wochenende! Euch einen schönen Nikolaus Tag und wir lesen uns Montag!

Lu

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