Donnerstag, 21. April 2016

Rezension: "Husband Sit" von Louise Cusack

Inhaltsangabe:
Jill Wilson kommt frisch aus einer 10jährigen Beziehung und arbeitet von Zuhause aus. Sie hat keine Kinder, kein Haus und ist auch schon über 30.
Das Leben, wie sie es sich als Schulmädchen vorgestellt hat scheint weit weg zu sein.

Als ihre kleine Schwester sie um Hilfe bittet greift sie zu ungewöhnlichen Mitteln und einem noch ungewöhnlicheren Job - Husband Sitting.
Sie wird von reichen Ehefrauen dafür bezahlt ihre untreuen Ehemänner zu bespaßen während sie Urlaub machen.

Nicht gerade ein Job, den das nette Mädchen von nebenan ausüben sollte, aber der wöchentliche Lohn von 10.000 Dollar ist genau das, was Jill braucht um ihrer Schwester zu helfen.

Unglücklicherweise begegnet sie an ihrem ersten Tag dem gutaussehenden, grünäugigen Finn, der sich in ihr Herz schleicht.

Liebe war definitiv nicht vorgesehen und um die Erinnerung an Finn aus ihrem Gedächtnis zu löschen nimmt sie einen Husband Sitter Job nach dem anderen an.
Doch Finn und sie kreuzen immer die Wege und er ist da, wenn sie ihn am dringendsten braucht - kann es eine Chance für sie geben?


Meine Einschätzung: 
Dies ist mein erstes Buch von der Autorin und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich irgendwann nochmal ein Buch von ihr lesen werde.

Nun, was gibt es zu "Husband Sit" zu sagen  - hmm gar nicht so einfach. Vielleicht sollte ich mit dem einfachsten anfangen und zwar dem Schreibstil.
Louise Cusack Schreibstil gefiel mir ziemlich gut - er ließ sich locker und leicht lesen. Einmal in der Geschichte drin konnte ich das Buch echt nicht mehr aus der Hand legen.
Dabei ist das Grundthema eigentlich gar nicht so fesselnd wie man vielleicht denken sollte.

Ich selbst bin seit fast 8 Jahren verheiratet und bei dem Gedanken daran, dass mein Mann mich oder ich ihn betrügen würde schüttelt es mich.
Ganz zu schweigen davon, dass es laut dem Buch Frauen geben soll, die eine Unbekannte engagieren, um ihren Ehemann zu "sitten" damit sie zwar mit einer anderen Frau schlafen können, aber trotzdem in ihren Augen nicht fremdgehen.

Alles ziemlich verwirrend oder?
Tja, in meinen Augen schon und ich gebe auch zu, dass ich eine etwas leichtere Lektüre erwartet habe, aber nichts desto trotz wurde ich positiv überrascht.
Es war jetzt nicht das beste Buch, das ich je gelesen habe, aber ich habe mich wirklich gut unterhalten gefühlt, wenn es auch phasenweise eher zum fremdschämen, als lustig war.

Die Handlung war recht interessant und hatte, so muss ich zugeben, so manche Wendung war selbst für mich überraschend. Und das Ende eher weniger, aber nichts desto trotz konnte ich nicht aufhören zu lesen und musste einfach wissen, wie es mit Jill und Finn zu Ende gehen würde.
Im Grunde sendet das Buch in meinen Augen auch eine klare Botschaft, die auch mich einen Blick auf meine Ehe werfen ließ. Oft erscheint etwas nach Außen hin schöner und tolle, als es im Inneren eigentlich ist - und genau dieses erlebt Jill in Bezug auf ihre Freunde. Sie glaubt, dass alle drei Freundinnen in glücklichen und stabilen Beziehungen leben, nur um das Gegenteil bewiesen zu bekommen.

Verschiedene Dialoge im Buch sind lustig und auch wirklich unterhaltsam, und natürlich kommen auch die erotischen Szenen nicht zu kurz - diese waren durchaus ziemlich prickelnd und heiß, aber standen in meinen Augen eher weniger im Vordergrund.
Es drehte sich eher um eine Frau, die auf Umwegen zu sich selbst und der Liebe findet.

Die Charaktere waren mir sympathisch, wenn ich gerade bei Jill nicht ganz nachvollziehen konnte wieso diese oder jene Entscheidung traf. Oft wollte ich sie nur schütteln und zur Besinnung bringen. Doch sie kam selbst recht schnell zur Erkenntnis, dass vielleicht nicht alles gut ist an ihrem ungewöhnlichen Job und sah ein, dass sie ihre Sturheit mehr als einmal zu oft in die Bredollie bringen konnte.
Bei Finn wusste ich nicht ob ich ihn bemitleiden, schütteln oder sonst was mit ihm machen sollte? Gerade eine seiner Entscheidungen und die damit verbundene Erklärung ließ mich sprach und ratlos zurück .
*ACHTUNG SPOILER* Lizzie seine ZiehCousine, die für ihn wie eine Schwester ist möchte ein eigenes Kind mit ihrer Partnerin und sie überredet Finn ihr Samen zur Befruchtung zu spenden. Auf ihr Drängen hin willigt er ein und erzählt später dann Jill davon (die wie ich finde zu Recht leicht angepisst ist).
Später kommt dann Lizzie zu Jill und macht ihr klar, dass Finn mehr Bruder für sie ist und sie keinerlei sexuelles Interesse für ihn hat. Sie widert der Gedanke sexuell mit Finn zu verkehren gerade zu an. Versteht mich nicht falsch - aber wenn sie der Gedanke anwidert mit ihm Sex zu haben, dann sollte ihr doch auch nie der Gedanke kommen seinen Samen verwenden zu wollen, um ein Kind zu bekommen?" *SPOILER AUS*

Naja, am Ende wird auf die ein oder andere Weise doch noch alles gut und ich wurde gut unterhalten.

Mein Fazit:
3,5 Sterne - ernster und weniger unterhaltsam als gedacht, aber dennoch irgendwie lesenswert.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Formular Random House Challenge 2016

Seitenaufrufe