Mittwoch, 18. Januar 2017

Buchgeflüster #1/2017

Hallo ihr Lieben,

bis vor ein paar Jahren war ich aktives Mitglied einer ganz tollen BuchCommunity - Buchgesichter.de.
Doch dann kam das jähe Aus und unsere Gemeinschaft, die über die Jahre etwas familiäres bekommen hatte schloss ihre (Internet)Pforten. Wir waren alle am Boden zerstört, sicher, es gab über die Zeit hinweg immer mal wieder Spannungen, wie in jeder Familie, doch am Ende waren wir eine Gemeinschaft, die eine Leidenschaft teilte: Bücher und alles was dazu gehört.
Dank Buchgesichter habe ich viele tolle Menschen kennenlernen dürfen. Mit einigen habe ich heute noch Kontakt, andere haben einen besonderen Platz in meinem Herzen.

Sicher fragt ihr euch auf was ich mit diesem Text hinaus will, nun, dass ist eigentlich ganz einfach. Bei Buchgesichter gab es eine Rubrik, die sich da "Buchgeschichten" nannte - ähnliches möchte ich auch hier aufnehmen, eben nur als Buchgeflüster (oft war es das Mittwochsgeflüster).
Ich möchte euch Geschichten rund um ein bestimmtes Buch; Ereignisse, die ich mit einem oder mehreren Büchern verbinde oder einfach allgemein was mich zum Thema Bücher bewegt.

Eine Frage, die mich seit ein paar Tagen beschäftigt ist diese hier:

Leiht ihr eure Buchschätze an andere aus?

Nun, als ich beim Abstauben meiner Bücherregale mein Exemplar von "Kelch und Schwert" von Glenna McReynolds in der Hand hielt fiel mir diese Frage ein.

Warum? Nun, ich war ungefähr 18 und habe das eben genannte Buch an eine Schulkameradin verliehen, weil ich ständig davon schwärmte und sie neugierig machte - ihr kennt das ja sicherlich ;) Natürlich hatte ich so meine Bedenken, denn immerhin wusste ich nicht, ob sie genau so pfleglich mit meinem Buch umgehen würde, wie sie mit ihren oder ich mit meinen. Aber gut, ich dachte mir, dass schon nichts passieren wird. Immerhin ist sie ja auch leidenschaftliche Leserin.

Doch falsch gedacht! Einige Tage später (es können auch Wochen gewesen sein) brachte sie es mir zurück in die Schule und ich war entsetzt was mit meinem Buchschatz geschehen war. Es waren Knicke im Cover, der Buchschnitt war fleckig mit weinroten Flecken und auf einigen Seiten sogar klebrig.
Auf meine Frage hin, was denn mit dem Buch passiert sei bekam ich folgende, schulterzuckende Antwort: "Mir ist der Kirschsaft umgefallen und das Buch lag daneben. Sorry, aber so schlimm sieht es ja nicht aus. Und das mit den Krümeln macht auch nichts. Ist ja nur ein Buch."
Nur ein Buch!? Ich dachte ich höre nicht recht!
Dieses Buch hatte ich mir bei meiner Praktikumsstelle in der 10. Klasse aussuchen dürfen und bekam es am Ende geschenkt.
Dieses Buch hilft mir immer wieder aus einer Leseflaute heraus zu kommen und wieder Spaß am Lesen zu haben.
Dieses Buch ist eines der Bücher, die mir einfallen, wenn ich gefragt werde was denn meine Lieblingsbücher sind.
Und sie sagt es ist einfach nur ein Buch ... wahrscheinlich könnt ihr euch vorstellen, dass ich ihr danach keine Bücher mehr von mir geliehen habe und auch sonst dauerte es Jahre bis ich wieder meine Schätze an Freunde - ganz zu Schweigen an Fremde verlieh.

Doch die Buchgesichter überzeugten mich, dass es Menschen auf der Welt gab denen Bücher genau so viel bedeuteten wie mir und ebenso sorgsam im Umgang mit ihnen waren, wie ich.
Inzwischen leihe ich nur noch selten Bücher aus, was einfach daran liegt, dass in meinem Bekannten/Freundeskreis kaum jemand auf englisch liest und sich eBooks ja auch nicht ausleihen lassen *lach* Ganz zu Schweigen davon, dass viele mittlerweile stöhnen, wenn ich ihnen anbiete ihnen ein Buch zu leihen: "Ach lass mal mein SuB ist so hoch! Ich will den erst etwas runter schrauben."

Aber egal wie es ist: Ein Buch auszuleihen ist absolut okay für mich, aber dann bitte mit Sorgfalt damit umgehen!

Wie seht ihr das? Lasst mir eure Antwort einfach als Kommentar da - freue mich drüber!

Eure
Lu


Kommentare:

  1. Das ist ja wirklich gemein. Saftflecken gehen ja mal gar nicht und auch Krümel haben in Büchern einfach nichts zu suchen. Wenn sich mal ein Knick nicht vermeiden lässt oder aus Versehen passiert, na gut, aber Lebensmittel im Buch? Nein! Der Freundin hätte ich auch nichts mehr geliehen, klingt ja nicht gerade verlockend, sich nach und nach seine Bücher von ihr ruinieren zu lassen, egal was sie sonst für ein netter Mensch sein mag.
    Ich verleihe Bücher schon, aber normalerweise nur an zwei Personen, bei denen ich weiß, dass sie damit auch gut umgehen und ich sie danach fast so gut wie neu zurückbekomme. Dann spricht ja auch wirklich nichts dagegen.

    Liebe Grüße!

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  2. Hallo!
    Ich bin da völlig entspannt. Ich verleihe meine Bücher, ich verschenke sie oft sogar. Knicke stören mich gar nicht, Flecken sollten nicht ecklig sein, dann ist das auch nicht so dramatisch. Ich freue mich immer, wenn ich meine Bücher verleihen darf, denn das bedeutet, dass sie jemand gerne lesen möchte. Sogar mein signierter Erebos ist durch sämtliche Hände meiner Kolleginnen gegangen. Alle waren begeistert von dem Buch und das ist es, was mein Herz erfreut. Es kam gelesen, aber ohne Flecke zurück. Super, jetzt sieht man sogar, dass das Buch von vielen Menschen gelesen wurde. Flecke wären nicht so schön gewesen, aber für mich eben auch kein Weltuntergang.
    Ich liebe es zu lesen, ich habe gerne Bücher um mich, aber ich sehe es schon so: Es sind nur Bücher. Die meisten davon sind ersetzbar. Es gibt eigentlich nur ein Buch, dass ich nicht verleihen würde. Ein Märchenbuch vom Anfang des 20. Jahrhunderts, das seit Beginn an in unserer Familie ist. Das ist wirklich unersetzlich.

    Wie du siehst, ich bin da echt entspannt. Im Umkehrschluss leihe ich mir allerdings keine Bücher, da ich weiß, dass andere Menschen da viel pingeliger sind als ich und ich habe keine Lust auf Streß. Wenn ich ein Buch gelesen habe, dann sieht es im Normalfall auch gelesen aus. Von daher leihe ich mir nur Bücher von Menschen, die da genauso entspannt sind, wie ich. Alles andere würde nur unnötig in Unmut bei meinem Gegenüber ausarten und das muss nicht sein.
    Viele liebe Grüße
    Yvonne

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